Die Autorin Hannelore Deinert befasst sich in ihrem Buch mit einem der schwärzesten Kapitel der gesamten Weltgeschichte. Einst war das Städtchen Sprottau am Bober in Niederschlesien ein idyllisches, betriebsames Fleckchen mit geschäftigen Einwohnern mit ganz gewöhnlichen Alltagssorgen. Doch als die Schrecken des Zweiten Weltkriegs über die Menschheit hineinbrechen, ist nichts mehr so wie es war. Die Bewohner müssen um ihre Existenz, ihre Heimat fürchten. Denn nachdem Deutschland den Krieg verloren hat, soll ihr Zuhause nun zu Polen gehören. Diejenigen, die Sprottau einst mit Leben füllten und die aufstrebende kleine Stadt zu dem machten, was sie war, werden zu Vertriebenen. Wie zahlreiche ihrer Schicksalsgenossen wagt Greta Dengler, die Protagonistin des Buchs, im Winter 1945 die Flucht nach Deutschland, um der Grausamkeit der Roten Armee zu entgehen. Auf die fürsorgliche wie tapfere Mutter und ihre vier Kinder wartet nun eine entbehrungsreiche Zeit voller Mühsal, Angst und Leid. Schnell stoßen Greta und ihre Kinder Karla, Karl- Heinz, Rolf- Philipp und Bettina Dengler an die Grenzen ihrer Belastbarkeit und auch die Ungewissheit um das Schicksal des Familienvaters Philipp erweist sich als schwere Bürde. Doch die Vertriebenen geben nicht auf.
In der vorliegenden Lesung wird zuerst der beschwerliche Weg der Gruppe durch den bayerischen Wald beschrieben, dessen Unwirtlichkeit Greta und ihre Kinder an den Rand der völligen körperlichen Erschöpfung bringt. Doch als sie endlich Passau erreichen, scheint der mühsame Weg in ein besseres Leben hinter ihnen zu liegen. Jedoch ist auch hier nicht alles Gold, was glänzt ...

Foto: Hannelore Deinert