Die Autorin Gerda Nischan lebt seit 44 Jahren in den USA und schreibt und veröffentlicht in deutscher und englischer Sprache. Ihr neustes Buch befasst sich mit dem unglaublichen Leid, das der Zweite Weltkrieg über die Bevölkerung Deutschlands brachte. Hierbei beschreibt Nischan eine der dunkelsten Zeitabschnitte in der Geschichte Deutschlands aus der Perspektive eines erst 1940 geborenen Kindes. So erfährt der Leser, dass auch Kinder ihre eigene Art von Kriegsalltag besaßen, die sich selbstverständlich beträchtlich von der Welt der Erwachsenen unterschied. Den Grund, weswegen sich alle, wenn es Alarm gibt, in Luftschutzkeller begeben müssen und weswegen ihr Vater in Frankreich festgehalten wird, weiß die ungenannte Protagonistin nicht. Doch auch in den Kriegswirren kann man Kind sein – so wird beispielsweise ein zerbombtes Krankenhaus als Spielplatz zweckentfremdet, und die Schokolade- und Kaugummigeschenke der amerikanischen Besatzer scheinen wie ein Gottesgeschenk.
Doch den meisten Halt in den Irrungen und Wirrungen des vielerorts in Schutt und Asche liegenden Deutschlands schenkt der Protagonistin und ihren Geschwistern ihre aufopferungsvolle Mutter, deren Güte keine Ende zu kennen scheint. Wenn ihre Mutter bei ihnen ist, scheint die Welt nahezu in Ordnung zu sein. Doch werden sie den sich in Frankreich in Kriegsgefangenschaft befindenden Vater jemals wiedersehen?

Foto: Die Autorin Gerda Nischan liest beim Lesemarathon am Stand der Frankfurter Verlagsgruppe.