"Im Westen" ist eine mitreißende und bewegende Geschichte über eine junge Frau, die im Laufe eines turbulenten Jahrzehnts ihren Weg findet. In der spießbürgerlichen Welt der BRD in den 1960er Jahren fühlt sie sich als Fremde, und das Schicksal meint es nicht immer gut mit ihr. Oft sind die Ratschläge der anderen - obwohl gut gemeint - ein Stoß vor den Kopf für Uta. Doch auch wenn sie sich in manchen Mitmenschen täuscht, lernt sie im Laufe der Zeit die Werte von Familie, Freundschaft und Loyalität zu schätzen ...
Ursula Bach-Puyplat liefert einen authentischen Einblick in einen der tragischsten aber auch impulsivsten Zeitabschnitte der deutschen Geschichte. Gekonnt gelingt es ihr, die fiktiven Erlebnisse der 18-jährigen Uta und ihrer Mutter mit den realen Ereignissen des Mauerbaus, der Gründung der DDR und der Teilung der Bevölkerung in Ost- und Westdeutsche einzuflechten. Aufgrund der inhumanen Lebensumstände in der DDR planen Uta und ihre Mutter die Flucht in den Westen, der für Freiheit und Selbstbestimmung steht. Doch anstelle der stereotypen Prophezeiungen über Westdeutschland erwartet die beiden Frauen nicht die goldene Zukunft, sondern ein harter Kampf um das Überleben und die Sicherung der eigenen Existenz.
Als Uta dann von ihrem Verlobten schwanger wird, der ihr aufgrund seiner kommunistischen Gesinnung jedoch weder persönliche, noch finanzielle Hilfe zusichert, scheinen sich die Probleme nur noch zu häufen. Dieser packend geschriebene Roman schildert das Schicksal zweier Frauen auf ihrem Weg aus der Unterdrückung in die Selbstständigkeit und beschreibt glaubwürdig und detailgetreu die damaligen Lebensituationen in Ost- und Westdeutschland. Die in der Erzählung geschilderten Vorkommnisse sind kein Einzelfall, sondern stehen stellvertretend für das Schicksal vieler DDR-Bürger.
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Ursula Bach-Puyplat
Im Westen
Roman
August von Goethe Literaturverlag
272 S., € 16,40
ISBN 978-3-8372-0271-7
ISBN 978-1-84698-656-7